| GESCHICHTE |
| Die Geschichte des ASKÖ Bezirks
Linz-Stadt reicht in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück,
in eine Zeit also, in der Sport vorwiegend noch ein Privileg
der oberen Gesellschaft war und sich die Arbeiter zu organisieren
begannen. In den so genannten Arbeiterbildungsvereinen dieser
Zeit entstand sodann auch das Bemühen, der Arbeiterklasse
den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Während in Wien
bereits 1892 der erste Arbeitsportverein entstand, dauerte es
in Oberösterreich noch bis zum Jahre 1903. |


Der Arbeiter-Turnverein Linz (1907)
Turnfest 1922 auf dem Südbahnhofplatz |
Eine Anzeige in der „Wahrheit“
v. 28.Mai 1903 rief zur Teilnahme an Turnübungen auf, die
damals mangels eines Turnsaales im Saal des Gasthauses zum Elefanten
in der Bethlehemstraße stattfanden. Der große Zulauf
führte noch im gleichen Jahr zur Gründung des Arbeiter-Turnvereines
Linz. Zu den Gründungs-mitgliedern zählten u.a. die
späteren Bürgermeister Josef Dametz und Josef Gruber
sowie Franz Imperial.
Bereits Ende 1903 übersiedelte man in die Volksfesthalle
auf dem Gelände des Südbahnhofes, da der Gasthaussaal
schon viel zu klein wurde, später kam dann noch der neu
errichtete Turnsaal der Raimundschule dazu. Die Turner traten
auch schon bei verschiedenen Anlässen vor die Öffentlichkeit.
Neben den sportlichen Übungen wurde auch damals schon die
gesellschaftliche Seite gepflegt. Erst 1911 wurde eine Damenriege
gebildet, bis dahin war Sport Sache der Männer. Einen Rückschlag
in der Entwicklung dieser Sportbewegung stellte der erste Weltkrieg
dar, in dem die „Arbeiterturner“ wie viele andere
Männer im Kriegseinsatz waren, von dem viele nicht mehr
zurückkehrten.
Doch schon bald nach dem Ende dieses Völkerringens gab
der Arbeiter-Turnverein Linz wieder ein kräftiges Lebenszeichen
von sich und trat mit verschiedenen Übungen wiederum vor
die Öffentlichkeit.
Auch in anderen Teilen des heutigen Linz – damals großteils
noch eigene Gemeinden – bildeten sich Arbeiter-Turnvereine
(Urfahr, Ebelsberg, Kleinmünchen, Steg, Waldegg).
Im Jahre 1921 fand der Zusammenschluss der bis dahin gebildeten
einzelnen Arbeiter-Turnvereine in den Arbeiter-Turnverein Linz
statt, dem sich die einzelnen Gruppierungen als Abteilungen
anschlossen. Dieser Verein hatte – von der zwangsweisen
Unterbrechung zwischen 1934 und 1945 abgesehen – Bestand
bis 1975. In diesem Jahr bildete sich der „Arbeiter-Turn-
und Sportverein Linz“ (ATSV Linz) in den ASKÖ-Bezirksverband
Linz-Stadt um, dem alle ASKÖ Vereine mit Sitz in Linz angehören.
Die einzelnen Abteilungen des Vereins hatten bereits eine Größe
und relative Selbstständigkeit erreicht, die eine solche
vereinsrechtliche Änderung der Organisation erforderlich
machte.
Derzeit gehören über 100 Vereine mit rund 45.000 Mitgliedern
diesem ASKÖ Bezirksverband an. |
Quellen:
Hans Schobesberger – Fritz Mayrhofer, Geschichte der Linzer
Arbeiter-Turn- und Sportbewegung (Band I: 1903-1934, Band II:
1945-1978). Einige Exemplare dieser Bücher sind noch im
Sekretariat des ASKÖ Bezirksverbandes Linz-Stadt, Pfarrgasse
1 lagernd. ASKÖ-Archiv. |